Uwe

Uwe Wiederkehr (*24.12.1963 - † 26.01.2011)

 

 

Uwe kam unerwartet in die Band - Ebi, sein Vorgänger, hatte angekündigt ein Auslandspraktikum zu machen, aber schon einen Ersatz für sich in Vorbereitung zu haben. Hmm, in die designierte Nachfolgerin hat er sich verliebt - da blieb fürs Bassspielen wenig Raum - die beiden sind glücklich verheiratet... Aber die junge Dame hatte einen Kommilitonen im Semester, der Gitarre und Bass spielen konnte - und beides angeblich ziemlich gut - und dann war er da - das erste Mal in unserem Proberaum - mit einem sehr genialen, auf Formentera selbstgebauten Bass!
Die manchmal echt komplexen Basslinien, die er von Ebi übernommen hat, hatte er schnell drauf - und er entwickelte sie weiter. Er war dabei still - ziemlich unauffällig - 'n echter Bassmann halt. Fettes Fundament auf dem alles steht, aber ohne Worte... Während vor allem Monty und ich uns irgendwelche Songideen-Fetzen um die Ohren knallten und wechselseitig Ablehnung oder Bestätigung erwarteten, hat er uns immer wieder mit dem oft ziemlich genialen Ergebnis, ohne Ankündigung und ohne Begleittext, konfrontiert. Uwe wurde schnell integraler Bestandteil der Band - spielte einen 'amtlichen' Bass - Monty und er waren zusammen einfach unser Rhythmus 'clock work'.
Seit gestern weiß' ich, dass er viel schneller als befürchtet, letzten Mittwoch im Krankenhaus gestorben ist. Wie bei seinen Basslinien hat er uns auch davon nichts erzählt - wir wurden mit dem Ergebnis konfrontiert. Ich hab' dann gestern erstmal unsere CD angehört, vor allem 'Hibernation' (4), da kann man ihm mit Monty allein 15 Sekunden deutlich hören, auch bei den Titeln 11 - 'No Expectations', 12 - 'I like to remember', 13 - 'After Sex' hört man seinen knorrigen Bass besonders intensiv. - Uwes Tod geht mir sehr nah, viel näher als ich gedacht hätte.
Für mich ist es bewusst das erste Mal, dass ein Familienangehöriger gestorben ist - und das war er für mich. Wir hatten es echt nicht immer leicht miteinander, ich oft so heftig, feurig, schnell und er oft abwartend, zurückhaltend, still.  Wir waren dabei völlig respektiert in unserm Anderssein und HALLOOOO - er gehört((e)) zur Band, unser Bassist, unser Uwe.
Er war für mich ein spannender, herausfordernder, sehnsüchtiger, liebenswerter Mensch, dem ich es gewünscht hätte, dass er seine Einmaligkeit auch an anderen Seiten seines Lebens mehr gelebt hätte.
Richtig bei mir ankommen, dass Uwe nicht mehr da ist, wird es erst bei der nächsten Probe. Ich hoffe er ist jetzt Zuhause.

 

Gerhard

Fast zwanzig Jahre nachdem sich uNexpected mAlefunction gegründet hatte stirbt unser Bassist Uwe Wiederkehr am 26. Januar 2011. Er war das einfallsreiche und (vielleicht) unerwartet zuverlässige Fundament der Band. Auf "it´s toasted" gibt es neben Hibernation noch viele andere Stellen an denen seine Basslinien perfekt sind. Darum hat Uwe nie Aufhebens gemacht. Er hat sie halt einfach gespielt. Gerhard hat das sehr passend formuliert: "Uwe spielte einen 'amtlichen' Bass - Monty und er waren zusammen einfach unser Rhythmus 'clock work'". So habe ich das immer empfunden und als selbstverständlich vorausgesetzt. Es war aber nicht selbstverständlich, und das wird mir jetzt sehr bewusst. Uwe war ein einsamer Mensch und er ist einsam gestorben. Und das macht mich sehr traurig.
Hier muß jetzt einfach Hibernation (klick!) kommen, war schon immer mein Lieblingslied!


Monty

hallo uwe,

ich denke an aalen, ich denke an hamburg, ich denke an berlin. ich denke an feste, an dein verlegenes lächeln, an deinen stummen blick. ich denke an unendlich viele proben, an selbstgebaute gitarren an qualm und bierdunst. lachen im raum, ideen und freude, einfach gute musik. ich denke an gespräche, wortfetzen umkreisen meinen kopf. all den ganzen spaß, den besten teil unseres lebens. ich denke an dich uwe und nichts bringt dich mehr zurück, auch wenn du wiederkehr heißt.


gruß volker

I`d like to remember ist das erste, was mir einfällt - und wird es immer wieder! Schon immer fiel es mir schwer, loszulassen - haben wir vielleicht nicht genug festgehalten? Uwe, warum wolltest Du meist recht haben und diesmal recht behalten? Bei unserer letzten Unterhaltung sagte ich, dass ich mir zu meinem 40ten UMF wünsche - live auf der Bühne - du sagtest mit Deinem typischen Lachen (wirklich!): "da kannste meinen Grabstein polieren"... Sollte ich das ernst nehmen? Jungs, was antwortet man da? Die typischen Sachen sagte ich, wie: "erhol Dich, pass auf Dich auf, frag andere Ärzte, geh zum Heilpraktiker...". Beim Umzug wollten wir Dir helfen, nicht beim Auszug! Soooo viel geht mir durch den Kopf und anstatt dass es besser wird und die Trauer nachlässt, wird es mir immer bewusster: Du kommst niemehr zurück. (irgendwie hatte ich gehofft mit dem älter werden auch abgehärteter zu werden...alles Betrug...) Ich hoffe, ich darf verraten, dass Du jemand kennenlerntest, die Du sehr nett fandest und die anscheinend eine ähnlich Wellenlänge hatte, wie Du - schade dass nur so wenig Zeit blieb - egal wie es weitergegangen wäre, aber jeder Mensch auf seinem Weg, der einen mag und  vielleicht versteht ist wertvoll.  Der Bass zu Beginn von Hibernation wird nie wieder so erklingen - egal, wer ihn spielt. Zu viele Stunden von Spaß, Ärger, Übung, Missmut, Herumprobieren hat uns dieses Lied (nicht nur im Bass!!!!!) "gekostet". Wertvolle Stunden, die wir alle zusammen sein konnten. Echt coole Zeiten. (Die Band half mir schon einmal in einer sehr schweren, traurigen Zeit.) Ich denke wir alle - inklusive Uwe (ich denke, Du weißt es - egal wo Du bist) können verdammt stolz darauf sein, vielleicht nicht die besten und erfolgreichsten Musiker der Welt zu sein, aber mit Sicherheit eine Truppe von TYPEN  mit den größten Durchhaltevermögen, Zusammenhalt und Freundschafen!   UMF: Bass lost!


constanze

 

Unfassbar… Es trifft mich wie ein Schlag… Uwe war derjenige, den ich von allen UMFlern immer noch am regelmäßigsten traf - wenigstens 1x jährlich zur OPTI in München. Sein spezielles Lachen, sein "ewiger Student"-Look und sein so freundliches, zurückhaltendes fast schon schüchternes Wesen waren für mich immer so etwas wie sein Markenzeichen. Und ich kann gar nicht glauben, dass er jetzt nicht mehr da sein soll... Verdammt, ich wünschte, ich hätte die Chance, ihm wenigstens noch einmal zu sagen, dass ich ihn mag. Und dass ich ihn vermissen werde. Und dass ich ihm alles Gute dort wünsche, wo er jetzt ist. Dort, wo er nie wieder unglücklich oder einsam sein muss. Mach's gut, Uwe. Und bis bald. :-(


Lars

Footprints Viele Erinnerungen streifen nun unsere (Ricarda's und meine)Gedanken rund um Uwe. Im Bistro haben wir ihn damals überredet sich von der Gitarre zum Bass zu bässern. Ich glaube jeder wünscht sich einen "footprint" zu hinterlasen, dass etwas bleibt an dem man sich festhalten kann. Es bleibt sein Spiel und Einsatz für die Band. Für mich bleibt die Erkenntnis bässer konnte keiner sein.


ebi

Lieber Uwe, ich lernte Dich vor knapp 18 Jahren im Zuge des gemeinsamen Studiums kennen. Natürlich abends, natürlich in einer Studentenkneipe, wie sich das halt so gehört. Du warst ja eher ein ruhiger Zeitgenosse, aber sehr schnell war klar, dass beim Thema "Rockmusik, Fachgebiet Gitarre & Bass" bei Dir das Eis sofort gebrochen war. Der größtenteils nächtlich stattfindende Vergleich der jeweiligen Musiksammlungen zeigte dann: hier herrscht größte Übereinstimmung! Unexpected Malefunction lernten wir auch recht schnell kennen, die Band probte ja in einem der Kellerräume unseres Institutes. Und als wir dann den Bogen mit der Kellerfenster-Coladosen-Klingel heraus hatten konnten wir auch des öfteren den Proben lauschen. Langsam aber sicher wurde aus dem gemeinsam Musik hören gemeinsam Musik machen. Ich erinnere mich noch gerne an die Session am Bucher Stausee mit unseren batteriebetriebenen "Pignose"-Verstärkern. So stiegen wir dann auch nahezu zeitgleich bei Unexpected Malefunction ein. Ich ein wenig eher, da die Bassistenstelle zu diesem Zeitpunkt noch an Ricarda, der Zukünftigen des Exbassisten Ebi vergeben war. Hier war jedoch letztendlich die Liebe stärker als die Band und der Platz ging an Dich. Ab dieser Zeit rockte die Band auf einem immer solider werdenden Bassfundament. Fasziniert hat mich immer Dein breites Soundspektrum das Du aus Deinem Equipment zaubern konntest. Mit Deinen wunderschönen selbst gebauten Bässen ließest Du mal die Töne sanft dem Fretless entschweben, mal kam ein knackgiges Rockfundament aus Deiner Ecke.   All dies wird mir, der Band, uns allen nun sehr fehlen, genauso wie die vielen langen Abende oder Nächte des gemeinsamen Zusammenseins.

 

Christian

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